14 Mai 2009

Unfallbericht extreeeeem

Den Urheber des nachfolgenden Textes kenn' ich nicht, aber als ich ihn durchlas, hab ich Tränen gelacht. Wenn das wirklich wahr sein sollte, was jedoch käumlich der Fall sein wird, dann: armer, armer Kerl! Angeblich ist es ein Unfallbericht, den die SUVA von einem Dachdecker erhalten hat:

"... In Beantwortung Ihrer Bitte um zusätzliche Informationen möchte ich Ihnen folgendes mitteilen: Bei Frage drei des Unfallberichtes habe ich "ungeplantes Handeln" als Ursache angegeben. Sie baten mich, dies genauer zu beschreiben, was ich hiermit tun möchte.

Ich bin von Beruf Dachdecker. Am Tag des Unfalles arbeitete ich allein auf dem Dach eines sechsstöckigen Neubaus. Als ich mit meiner Arbeit fertig war, hatte ich etwa 250 kg Ziegel übrig. Da ich sie nicht die Trappe hinunter tragen wollte, entschied ich mich dafür, sie in einer Tonne an der Aussenseite des Gebäudes hinunterzulassen, die an einem Seil befestigt war, das über eine Rolle lief. Ich band also das Seil unten auf der Erde fest, ging auf das Dach und belud die Tonne. Dann ging ich wieder nach unten und band das Seil los. Ich hielt es fest, um die 250 kg Ziegel langsam herunterzulassen. Wenn Sie in Frage 11 des Unfallbericht-Formulares nachlesen, werden Sie feststellen, dass mein damaliges Körpergewicht etwa 75 kg betrug. Da ich sehr überrascht war, als ich plötzlich den Boden unter den Füssen verlor und aufwärts gezogen wurde, verlor ich meine Geistesgegenwart und vergass, das Seil loszulassen.
Ich glaube, ich muss hier nicht sagen, dass ich mit immer grösserer Gschwindigkeit am Gebäude hinufgezogen wurde. Etwa im Bereich des dritten Stockes traf ich die Tonne, die von oben kam. Dies erklärt den Schädelbruch und das gebrochene Schlüsselbein. Nur geringfügig abgebremst, setzte ich meinen Aufstieg fort und hielt nicht an, bevor die Finger meiner Hand mit den vorderen Fingergliedern in die Rolle gequetscht waren. Glücklicherweise behielt ich meine Geistesgegenwart und hielt mich trotz des Schmerzes mit aller Kraft am Seil fest.

Jedoch schlug die Tonne etwa zur gleichen Zeit unten auf dem Boden auf und der Tonnenboden sprang aus der Tonne heraus. Ohne das Gewicht der Ziegel wog die Tonne nun etwa 25 kg. Ich beziehe mich an dieser Stelle wieder auf mein in Frage 11 angegebenes Körpergewicht von 75 kg. Wie Sie sich vorstellen können, begann ich nun einen schnellen Abstieg. In der Höhe des dritten Stockes traf ich wieder auf die von unten kommende Tonne. Daraus ergaben sich die gebrochenen Knöchel und die Abschürfungen an meinen Beinen und meinem Unterleib. Der Zusammenstoss mit der Tonne verzögerte meinen Fall, so dass meine Verletzungen beim Aufprall auf dem Ziegelhaufen gering ausfielen und so brach ich mir nur drei Wirbel.

Ich bedaure es jedoch, Ihnen mitteilen zu müssen, dass ich, als ich da auf dem Ziegelhaufen lag und die leere Tonne sechs Stockwerke über mir sah, nochmals meine Geistesgegenwart verlor. Ich liess das Seil los, womit die Tonne diesmal ungebremst herunterkam, mir drei Zähne ausschlug und das Nasenbein brach.

Ich bedaure den Zwischenfall sehr und hoffe, Ihnen mit meinen präzisen Angaben dienen zu können. Für genaue Auskünfte bitte ich Sie, mich anzurufen, da es mir manchmal schwer fällt, mich schriftlich auszudrücken."

05 Juni 2007

Die Musik der anderen...

Etwas wirklich Spannendes; in die CD-Sammlung anderer Leute reinhören. Nicht, weil man da vielleicht viele Bands und Songs antrifft, die man noch nicht kennt. Sondern weil man dort unter Umständen viele Bands und Songs antrifft, DIE man kennt. Jeder Song löst ja irgendwas in einem aus. Löst denn dieser Song im Andern das Gleiche aus wie bei mir? Wohl kaum. Musik wird ja immer verknüpft mit momentanen Stimmungen, Gerüchen, Zuständen, Gefühlen, Gedanken... und da wird’s spannend. Da können zwei Menschen den gleichen Song hören und gleichzeitig komplett unterschiedlich berührt werden. Aber gibt es Songs, die in allen das Gleiche auslösen? Vielleicht, weil man diese Songs ausschliesslich unter speziellen Umständen hört? Wie z.B. eine Landeshymne? Oder ein WM-Song (saleee Baschi)? Oder ein Kirchenlied? Na... letzteres wird wohl auch wieder eher gemischte Gefühle vermitteln. Ömu bei mir ;o)

Auch spannend: all die verschiedenen Sounds in einer einzelnen Sammlung vermitteln einem so ein bisschen einen Eindruck über den Sammlungsbesitzer... das glaube zumindest ich. Es wäre vermessen zu denken, man könne aufgrund einer Musiksammlung auf den Charakter eines Menschen schliessen, aber trotzdem folgert man für sich selbst das ein- oder andere daraus... ja, so eine Musiksammlung ist im Grunde etwas sehr Persönliches. Genau wie eine Filmsammlung. Oder eine Büchersammlung. Nein, nicht wie eine Briefmarken- oder Kaffeerahmdeckeli-Sammlung. Obwohl man aus dieser Tatsache ja auch so ein bisschen was schliessen kann ;o)

Ich meine, wenn jetzt jemand in seiner Plattensammlung ausnahmslos Musik hat, die mir durchwegs überhaupt nicht gefällt – würde ich mich mit dieser Person dann trotzdem verstehen? Hm. Vielleicht würde man sich gerade deshalb verstehen. Sagen wir mal, jemand hört ausnahmslos Death Metal - was nicht unbedingt meinem Geschmack entspricht – dann würd‘ ich mich fragen, wie denn diese Person so drauf ist, dass sie ausschliesslich sowas hört. Und das würde mich dann um so gwundriger machen. (Noch viel spannender wäre es natürlich, neben all dem Death Metal eine Kuschelrock-Compilation zu finden... )
Wenn aber jemand ausnahmslos volkstümlichen Schlager in seiner Sammlung hat - und dazu hab ich nun überhaupt keinen Zugang - dann vermute ich, dass diese Person und ich komplett nicht auf der gleichen Wellenlänge sind. Musikalisch. Und daraus würde ich dann schliessen, dass wir vermutlich auch sonst nicht miteinander umgehen könnten... aber ob das stimmt?

Ich habe vor kurzem eine CD geschenkt bekommen, auf der jemand ein paar Songs für mich zusammengestellt hat. Einfach so, weil‘s ihm grad in den Sinn kam. Und ich hab‘ mich sehr über diese CD gefreut. Ich fand, dass das ein sehr schönes und auch sehr persönliches Geschenk ist. Ja, man sollte sich viel mehr Musik schenken. Und sei es nur, weil’s einem grad in den Sinn kommt.

29 August 2006

Wie macht man eigentlich ein Musikvideo?

Man nehme zwei Kameras, eine coole Band, einen geilen Raum und das war’s? Nun, so einfach kann’s ja nicht sein dachte ich mir als ich die Aufgabe fasste, ein kleines Musikvideo von einer befreundeten Band zu machen... so ein Musikvideo, das ist schon was. Ich meine, da blinkt und blitzt doch immer alles und irgendwie sehen da alle immer so unheimlich gut aus - und so unglaublich „wie geleckt“... ich weiss nicht, ob meine bescheidenen Schminkutensilien für sowas ausreichen werden. Dazu brauche ich etwa hundert Windmaschinen - und nochmal so viele Scheinwerfer, die sich dann in der Gucci-Sonnenbrille der Sängerin spiegeln können während sie perfekt geschminkt in die Kamera singt... Und ich weiss nicht, ob ich die Bandmitglieder zu einem choreographischen Tanz überreden kann. Oder zu einem Brakedance. Oder zu fünzig Kniebeugen. Singend, versteht sich.

So dachte ich mir ‚mach mal halblang‘ – schliesslich muss es nicht so ein hip-hop-schüttel-deinen-Arsch-in-die-Kamera-Video werden. Kein vor Dekadenz triefendes Prollerding, sondern nur ein kleines, feines Unplugged-Video. So in der Art wie Extreme damals mit ihrem „More than words“. Hei, wie liebte ich dieses Video. Wunderschöne langhaarige Männer sitzen mit ihren Acoustic-Gitarren auf Barhockern, singen leidenschaftlich – und mehrstimmig - diesen wunderbar romantischen Liebessong und zwischendurch werfen sie ihre Mähnen zurück und blicken sehnsüchtig ins Leere – und das alles in schwarzweiss... ich schmelze weg!

Tja – nur leider hatte ich weder sehnsüchtige langhaarige Männer noch Windmaschinen – und so fiel dann also beides flach. Letztendlich stellte ich die coole Band auf eine Bühne in einem geilen Raum. Sie spielten und ich filmte das alles mit zwei Kameras. Und das war’s auch schon. Auf das Endresultat warten wir nun alle gespannt – in erster Linie ich.

21 Juli 2006

Älterwerden macht Spass?

Ich habe das Glück, meistens für jünger gehalten zu werden, als ich tatsächlich bin. Als Kind war dies natürlich praktisch, ging ich doch auch mit acht, neun Jahren locker als Sechsjährige durch. Irgendwann hatte ich es aber satt, immer "die Kleine" zu sein - ich erinnere mich, dass mich mal ein älterer Herr gefragt hat, ob ich denn auch bald in den Kindergarten käme und ich ihm trotzig, etwas zu laut und den Tränen nahe geantwortet habe: "Ech be im Fau i de ZWÖITE KLASS!"

Jahre später wurde es noch schlimmer. Nach meiner Lehre arbeitete ich als Sekretärin in einer Sanitärbude. Das Haus, in dem sich das Geschäft befand, war gleichzeitig das Wohnhaus meines Chefs. Als es einmal an der Firmentür klingelte und ich – als Sekretärin der Firma – die Tür öffnete, stand da draussen eine Frau mittleren Alters die mich von oben bis unten musterte und mich fragte, ob wohl mein Mami oder mein Papi da wären. Zu diesem Zeitpunkt war ich 20 Jahre alt.

Mittlerweile sehe ich es nicht mehr nur als Nachteil – im Gegenteil. Je älter ich werde, desto schmeichelhafter sind doch diese „altersmässigen Unterschätzungen“. In letzter Zeit jedoch nimmt es gravierende Ausmasse an. Als ich vor kurzem im Coop eine Flasche Martini kaufte, fragte mich die Verkäuferin allen Ernstes, ob ich denn schon 18 sei. Als ich ihr daraufhin ein ganz klein wenig beleidigt antwortete, dass ich mich altersmässig bereits jenseits der 25 befände, entschuldigte sie sich zwar und meinte „man kann ja nie wissen“... trotzdem wurde ich das Gefühl nicht los, dass sie doch lieber noch meinen Ausweis gesehen hätte – den ich ihr natürlich nicht zeigte...

Und gestern nun der Clou. Ein Mensch ruft bei mir an. In meiner Wohnung. Unter der Nummer, mit der ich im Telefonbuch stehe. Ruft also bei mir an und sagt: “Gib mir doch bitte Dein Mami.“ Ich – einigermassen irritiert – frage ihn nochmals nach, ob er denn sicher sei, dass er die richtige Nummer gewählt habe. „Jaja, hol mir jetzt doch bitte Deine Mutter ans Telefon.“ In diesem Moment hätte ich eigentlich auflegen sollen...

19 Juni 2006

Von der Subventionierung der Tomate

Über die Ernährung wird ja heutzutage ausgiebig diskutiert, ist es doch ein allgegenwärtiges Thema... Alle wollen sie jung und knackig bleiben, schlank und fit – und das hat nun mal sehr viel mit der Ernährung zu tun. Eigentlich wüssten wir ja alle, was gut für uns ist und was nicht, trotzdem verdienen sich die ganzen Diät-Pulver-Hüzer und Weight-Watcher-Häns eine goldene Nase an unseren Problemzonen... Kürzlich las ich, dass man eigentlich nur frisches Obst und Gemüse essen muss, am besten fünf mal täglich, und schon kann ernährungstechnisch gar nichts mehr schief gehen. Soweit so gut, dann mal her mit dem Grünzeugs - aber obacht! Eine Kollegin hat mich darauf aufmerksam gemacht: je gesünder desto teurer. Und tatsächlich: ein Apfel kostet satte 20 Rappen mehr als ein Marsriegel. Eine Peperoni ist teurer als ein Pack Popcorn, ein Salatkopf kostet fünfmal soviel wie ein Schoggistängali. Daher also die vielen dicken Kinder...

Dieselbige Kollegin hat mir dann auch sogleich die Lösung dieses Problems präsentiert. Die Subventionierung von Gemüse. Schliesslich wird ja heutzutage alles subventioniert, wieso nicht auch das. Gut, Gemüseanbau wird sicherlich zu einem Teil bereits unterstützt – davon hat zwar der Gemüsebauer was, nicht aber der Endverbraucher. Durch die Subventionierung der Tomate würde die vielgelobte gesunde Ernährung erschwinglich für jedermann. Ja, so abwegig wäre das nicht. Würden wir durch diese Vergünstigung mehr Gemüse essen, wären wir dadurch alle gesünder, könnten mehr und bessere Arbeit leisten, die Krankenkassenprämien würden gesenkt, die durchschnittliche Lebenserwartung erhöht... aber hoppla – dann gäbe es ja womöglich Probleme. Wenn so viele so alt werden reicht die AHV ja hinten und vorne nicht mehr – und wenn die Rentner zu fit sind, hat das Pflegepersonal in den Altenheimen nichts mehr zu tun. Es käme zur Massenentlassung im Seniorenheim. Alterssiedlungen stünden plötzlich leer. Fitnesscenter, Wandergebiete und Sportanlässe würden überschwemmt von rüstigen Rentnern. Ganze Heerscharen walkingwütiger Achzigjähriger würden durch unsere Wälder stapfen. Junggebliebene Mittsechzigerinnen würden uns in ihrem dritten Frühling die Liebhaber ausspannen... das ist keine gute Idee!

Vermutlich wäre es besser, die ungesunden Sachen zu verteuren, als die Gesunden zu vergünstigen. Man könnte eine Schoggi-Steuer erheben. Und man könnte in den Restaurants einen Nicht-Schoggi-Ecken einrichten, wo die Schoggiesser die übrigen Gäste nicht belästigen Ja, wenn ich es mir so überlege sollte man das Schokoladenessen in öffentlichen Gebäuden gleich gänzlich verbieten. Die Gefahr des Passiv-Schoggi-Essens würde somit auf ein Minimum reduziert... das ist ein guter Plan. So machen wir’s!

16 Juni 2006

Von Zehenbärten und anderen Modehits

Heute brachten die im Radio einen Bericht über Zehenbärte - also Haare auf den Zehen. Und dass es absolut unzumutbar sei gegenüber der restlichen Zivilisationsbevölkerung, wenn man eben diesen Zehenbart in offenen Schuhen zur Schau trage. Nun, ich bin da anderer Meinung. Ich finde Zehenbärte harmlos! Im Vergleich zu dem, was man im Sommer sonst noch so auf der Strasse antrifft ist ein Zehenbart geradezu sexy.

Vor kurzem hüpfte mir in der Fussgängerzone ein schwabbeliger, weisser, behaarter Bauch entgegen, unzureichend bedeckt von einem mit Fettflecken übersähten Brasilien-Shirt. DAS war eine Zumutung. Am ersten schönen Sommer-Sonne-Wochenende dieses Jahres waren in den Fussgängerzonen dieser Welt sowieso allerhand unzureichend bekleidete Gestalten unterwegs. Knochige Mädchen in Röckchen von der Grösse eines Pulswärmers und tief ausgeschnittenen Tops, die das nicht vorhandene Dekolletée betonen. Mittelalterliche Damen, die über den Winter ein paar Pfund zugelegt haben, es sich aber partout nicht eingestehen und daher in viel zu engen ohnehin schon knappen Sommertextilien die Strassen unsicher machen. Teenies, deren Hüftspeck behäbig aus der zu engen H&M-Jeans hängt dazu ein hochgerutschtes Top – am liebsten in der Grösse XXS... ja, da lob ich mir doch den Zehenbart.

Und da gebe ich an dieser Stelle gleich zu: auch ich habe diesen Winter ein paar Pfunde – wenn ich ehrlich bin können wir in Kilos sprechen - zugelegt. Und auch ich stand am ersten heissen Sommertag vor meinem Kleiderschrank. Verzweifelt. Besser gesagt lag ich da. Denn wie Frau ja weiss geht eine zu enge Hose besser zu, wenn man sich – um dieselbige zu schliessen – hinlegt. Und in dem schönen Top vom letzten Sommer sehe ich dieses Jahr aus wie ein Pirelli-Männchen für Arme... Aber ICH habe mich nicht einfach damit abgefunden. Ich habe die Kleider in den Sack geschmissen, den Fussballmatch zu Hause geguckt - und am nächsten Tag ging ich Sommerkleider kaufen – in Winterkleidern...

Aber letzendlich wäre der Sommer nur noch halb so schön, wenn es nicht eben genau diese kleinen modischen Fehltritte zu bewundern gäbe. Letztes Jahr waren es die Stringtangas, die mit Vorliebe bis unter die Achseln hochgezogen wurden, während der Bund der eigentlichen Hose frühestens beim ersten Schamhaar begann. Dieses Jahr sind es Zehenbärte und Pulswärmer – letztendlich macht es ja auch Spass, einander beim Anblick solcher Modeabartigkeiten zuzugrinsen. Und dies bildet wiederum eine gute Grundlage, mit anderen Leuten ins Gespräch zu kommen - und somit hat auch ein Zehenbart durchaus seine Berechtigung!

09 Juni 2006

Jedes Mädchen wünscht sich ein Pony - ein Pony Sachs 503!!


Wenn man so im Juhee draussen aufwächst wie ich und zudem noch so bewegungsfaul daherkommt, dann gibt es mit 13 nichts, was man sich sehnlicher herbeiwünscht als endlich älter zu werden und somit der Gilde der Töfflifahrer beizutreten! Mein Pony war ein wirkliches Bijou. Feuerwehrrot, mit Speichenrädern, Handschaltung, glänzenden Chromteilen – Woah! Ich erinnere mich als ob es gestern gewesen wäre, als ich mit meinem Vater beim Bossert in der Werkstatt stand und zum ersten Mal mein Pony sah - gopf, war ich stolz. Mein Töffli.

Von diesem Moment an begleitete es mich überall hin. Kein Weg war ihm zu steil, keine Strasse zu högerig... ein treues Gefährt. Und das schönste Töffli weit und breit - obwohl in dieser Beziehung nicht alle meine Meinung teilten. Aber gings an eine Hundsverlochete irgendwo im Gjätt, so fuhr ich sauber an den ganzen Puch Maxis vorbei und sass längst beim Bier, wenn die anderen tretend und keuchend ankamen. Was für eine schöne Zeit das doch war. Obwohl es mich auch ein-, zweimal gehörig auf den Latz geknallt hat – um kein Geld möchte ich die Zeit mit meinem Töffli missen.



Jahrelang war mir mein Pony treu – bis zu jener Nacht, in der es mir gestohlen wurde. Jahaa - empörte Aufschreie des Publikums durchaus erwünscht! Ein skrupelloser, gemeiner Siech hat es einfach mitgenommen. Trotz Anzeige und intensiver Suche – mein Pony blieb verschwunden. Ich könnte heute noch zännen... tja, nicht lange Zeit später begann ich dann halt mit der Autoprüfung - es blieb mir nichts anderes übrig. Wäre mir mein Töffli nicht geklaut worden – ich wäre heute noch damit unterwegs...

Leider ist der Zweitakter mittlerweile stark vom Aussterben bedroht. Stinkige Roller nahmen seinen Platz ein und man sieht sie jetzt nur noch selten. Traurig. Doch es gibt noch ein paar wenige Liebhaber, die es sich zur Pflicht gemacht haben, das Töffli weiterleben zu lassen. Es sind das zum einen die Ennetmoser mit ihrer „Teffli-Rally“. Und zum andern Nils Blättler, Filip Erzinger und Daniel Infanger die das „2-Takt-Buch“ herausgegeben haben. Grosse Freude!

Ruuggen und Guuggen... Fasnacht halt


Wenn eine am 11.11. auf die Welt gekommen ist, ist die ja sozusagen schon von Haus aus verpflichtet, an der Fasnacht teilzunehmen. Wenn dieselbige dann auch noch im Kanton Luzern hausig ist – keine Frage; gehört an die Fasnacht!

Nachdem ich mir dessen bewusst war, trat ich den Ringligüüssern bei. Zwei Jahre lang hatte ich jeweils eine so richtig stränge Fasnacht mit allem Palimm Palimm, das da so dazugehört. Organisieren von Riesenfesten, aufwendige Kostüme nach Schnittmustern nähen, Alkoholtrinktraining in der Vorfasnacht, Schminken per Airbrush, Abschminken per Kopfkissen, Wackelnde Schneidezähne vom Trompeten-Marathon, Carreisen an irgendwelche Riesenbälle die erst morgens um 3 Uhr wieder retour gingen... Hei, war das anstrengend. Und so sehr ich die Ringlis auch mag... als eine der ältesten im Verein spürte ich nach zwei Fasnachts... ist wohl doch zu sträng für mich. Also verkaufte ich meine Trompete einem Wegere-Güüsser und wechselte den Verein. Die Napfrugger mussten dran glauben und mich in ihre Runde nehmen – was die prompt taten.

Letztes Jahr war ich erstmals mit ihnen unterwegs und bereits bin ich mehr oder minder traumatisiert – also, auf positive Art und Weise natürlich. Frei nach dem Motto „Very British“ war ich als Buckingham Guard unterwegs. Aber erst, nachdem ich Euphonium spielen lernte und dazu ca. 30 Lieder auswendig (ächz!). Dafür gab’s sonst nichts zu meckern. Hatte eine gediegene Fasnacht mit tollen Leuten und grandioser Musik... herrlich. Aber ganz ehrlich: es war im Fall nicht viel weniger ansträngend als mit den Ringlis!