Das
Jugenddtheater Willisau geht an die Spiilplätz nach Bern. Soviel stand gestern morgen schon mal fest. Mehr dann aber auch nicht. Wie wo was... alles noch etwas vage. Ich also erst mal los und das Scherrer Büsli holen (Danke, Adi), damit wir das Bühnenmaterial laden können. Das Scherrer Büsli ist ein Gutes, aber läck ist das anstrengend damit rumzufahren. Ich hab amigs Muskelkater in den Oberarmen. Aber ich krieg ja von allem Muskelkater. Losgetuckert Richtung Zeughaus, dort alles Material einladen. (Saleeee Muskelkater) Dieses Jahr haben wir glücklicherweise zügeltechnisch ein total humanes Stück - so wenig Zeugs hatten wir glaubs noch nie. Also war das Büsli schnell beladen und Hödi schon wieder auf der Piste. Mit der Dame Projektleitungsscheffin und dem Herr Lichtscheff als Beifahrer gings auf die Autobahn. Das Büsli fährt grad so... knapp... wenn's bitzi bergab geht... um die 110 km/h. Zu schnell zum hinterher fahren, zu langsam zum Überholen. Nun ich hab' wohl den ein- oder anderen etwas verärgert mit meinem Fahrstil...
Dann kamen wir in bernische Gefilde. Tja, wohin müssen wir da? Ems (die Scheffin) hat einen Plan ausgedruckt. "In Farbe sah der irgendwie übersichtlicher aus...". Also hatten wir nicht so wirklich Ahnung wo wir hin mussten. Irgendeine Ausfahrt und dann Richtung Bahnhof... das ging dann doch noch so flott. Allerdings: plötzlich befanden wir uns ausserhalb der Karte (huch) - also Passanten belästigen. Und so fanden wir's dann. Die Reithalle. Das ist dieses über und über mit Graffitti besprayte Gebäude, dass man sieht vom Zug aus, wenn man nach Bern fährt. Ich hab' das immer genaustens begutachtet und gedacht: würde mich mal interessieren, das von Nahem zu sehen und plumps - da bin ich - im Innenhof der Reithalle Bern.

Die Regisseurin ist auch schon vor Ort - wunderbar. Jetzt erst mal einen Kaffee bestellen. Der wurde mir dann auch sogleich serviert - von einem Punker mit Schürze. Und hier sind ja alle soooo links. Hier gibts nur Linkshänder-Kaffe. Umständlich zum Trinken ;o)

Während die andern das Lichtzeugs besprachen, suchte ich nach einem uneingefärbten Fleckchen an den Mauern... was zwecklos war. Dafür sah ich das hier:

Werbung für das antifaschistische Bürostuhlrennen... na, das ist doch mal was anderes... statt immer nur Steine werfen ;o)
Ich hätte grösste Lust gehabt, diese Reithalle noch etwas mehr auszukundschaften aber - ganz Landei - ich getraute mich nicht. Vor der Halle hingen ein paar sehr dubiose Gestalten herum. Kaputt. So richtig. Eine Frau stand mit runtergelassener Hose bei einer Säule, die Spritze in der Hand, und lallte mit ihrem nicht minder kaputten Kollegen irgendwas rum, während sie sich nach brauchbaren Venen absuchte... Andere finden das vielleicht nicht allzutragisch. Mich schockiert sowas. Eben ganz Landei.
Dann kamen unsere Schauspieler/innen und die wurden sogleich eingespannt: Büsli ausladen. Alle machten sich auf in den Theaterraum um dort mal einzurichten etc... dazu brauchte es mich nicht, also hab ich mich abgeseilt und mich aufgemacht Richtung Altstadt. Juchuu. Ich liebe Altstädte!
Erst mal gleich in ein Geschäft zum CD-Hüllen-kaufen. Die brauchte ich ganz dringend für das Frölein - und das ging ja grad in einem zu. Hatte eh Zeit. Dann ein wenig über Pflastersteine schlendern, Leute in Kaffees beobachten, Schaufenster angucken, Sonne geniessen... hm. Hab ich schon erwähnt, dass ich Altstädte liebe? Bern hat ein besonders schönes Exemplar.
Während dem Schlendern ging ich sogar in ein paar Kleiderläden rein - suche ja immer Kostüme fürs Frölein. Also hab ich mich an diesen Horden narzisstischer Teenygirls vorbeigezwängt und konnte mich sogar dazu durchringen, was anzuprobieren. Und siehe da; Frölein hat ein neues Kleid. Im Kleiderladen sah ich übrigens folgendes:

Und später in der Altstadt noch dies:

Jaja, es besteht Hoffnung. Allerdings waren beide für Frauen... und in die Männerabteilung bin ich dann nicht gucken gegangen. Dort standen so geleckte milimeterfrisierte Sonnenbrillentypen in diesen keine-Ahnung-wie-die-oben-bleiben-und-woran-die-halten-Hosen... also liess ich's bleiben.
Meine erfolgreiche Shoppingtour neigte sich so langsam dem Ende und ich machte mich auf den Rückweg zur Reithalle. Dort gabs dann mal afig Infos und die Jugendlichen trudelten ein. Eine ganz andere Gattung von Jugendlichen als die, die ich im Kleiderladen gesehen hab übrigens... Theaterjugendliche halt ;o)
Bevor's dann losging mit unserer Aufführung verteilte ich noch fleissig die Frölein-Postkarten im Kartenständer... jaja, Werbung machen kann ich inzwischen wirklich gut.

Die Aufführung war schön - die Jungs und Mädels haben einmal mehr toll gespielt und das Publikum hat sich köstlich amüsiert! Ein voller Erfolg.
Anschliessend alles wieder aufräumen, einräumen... und nach Hause tuckern. Mann, war ich vielleicht hungrig. Hätte ich am Morgen gewusst, dass das Weibel-Sandwich für lange Zeit meine einzige Verpflegung bleiben würde... ich hätt zwei gegessen. Glücklicherweise war ich nach dem Ausladen im Zeughaus noch an einen Geburi eingeladen und wurde dort liebevoll mit Bratwurst und Bier verpflegt (Danke, Guido)... Ende gut, alles gut.