29 August 2006

Wie macht man eigentlich ein Musikvideo?

Man nehme zwei Kameras, eine coole Band, einen geilen Raum und das war’s? Nun, so einfach kann’s ja nicht sein dachte ich mir als ich die Aufgabe fasste, ein kleines Musikvideo von einer befreundeten Band zu machen... so ein Musikvideo, das ist schon was. Ich meine, da blinkt und blitzt doch immer alles und irgendwie sehen da alle immer so unheimlich gut aus - und so unglaublich „wie geleckt“... ich weiss nicht, ob meine bescheidenen Schminkutensilien für sowas ausreichen werden. Dazu brauche ich etwa hundert Windmaschinen - und nochmal so viele Scheinwerfer, die sich dann in der Gucci-Sonnenbrille der Sängerin spiegeln können während sie perfekt geschminkt in die Kamera singt... Und ich weiss nicht, ob ich die Bandmitglieder zu einem choreographischen Tanz überreden kann. Oder zu einem Brakedance. Oder zu fünzig Kniebeugen. Singend, versteht sich.

So dachte ich mir ‚mach mal halblang‘ – schliesslich muss es nicht so ein hip-hop-schüttel-deinen-Arsch-in-die-Kamera-Video werden. Kein vor Dekadenz triefendes Prollerding, sondern nur ein kleines, feines Unplugged-Video. So in der Art wie Extreme damals mit ihrem „More than words“. Hei, wie liebte ich dieses Video. Wunderschöne langhaarige Männer sitzen mit ihren Acoustic-Gitarren auf Barhockern, singen leidenschaftlich – und mehrstimmig - diesen wunderbar romantischen Liebessong und zwischendurch werfen sie ihre Mähnen zurück und blicken sehnsüchtig ins Leere – und das alles in schwarzweiss... ich schmelze weg!

Tja – nur leider hatte ich weder sehnsüchtige langhaarige Männer noch Windmaschinen – und so fiel dann also beides flach. Letztendlich stellte ich die coole Band auf eine Bühne in einem geilen Raum. Sie spielten und ich filmte das alles mit zwei Kameras. Und das war’s auch schon. Auf das Endresultat warten wir nun alle gespannt – in erster Linie ich.