09 Juni 2006

Ruuggen und Guuggen... Fasnacht halt


Wenn eine am 11.11. auf die Welt gekommen ist, ist die ja sozusagen schon von Haus aus verpflichtet, an der Fasnacht teilzunehmen. Wenn dieselbige dann auch noch im Kanton Luzern hausig ist – keine Frage; gehört an die Fasnacht!

Nachdem ich mir dessen bewusst war, trat ich den Ringligüüssern bei. Zwei Jahre lang hatte ich jeweils eine so richtig stränge Fasnacht mit allem Palimm Palimm, das da so dazugehört. Organisieren von Riesenfesten, aufwendige Kostüme nach Schnittmustern nähen, Alkoholtrinktraining in der Vorfasnacht, Schminken per Airbrush, Abschminken per Kopfkissen, Wackelnde Schneidezähne vom Trompeten-Marathon, Carreisen an irgendwelche Riesenbälle die erst morgens um 3 Uhr wieder retour gingen... Hei, war das anstrengend. Und so sehr ich die Ringlis auch mag... als eine der ältesten im Verein spürte ich nach zwei Fasnachts... ist wohl doch zu sträng für mich. Also verkaufte ich meine Trompete einem Wegere-Güüsser und wechselte den Verein. Die Napfrugger mussten dran glauben und mich in ihre Runde nehmen – was die prompt taten.

Letztes Jahr war ich erstmals mit ihnen unterwegs und bereits bin ich mehr oder minder traumatisiert – also, auf positive Art und Weise natürlich. Frei nach dem Motto „Very British“ war ich als Buckingham Guard unterwegs. Aber erst, nachdem ich Euphonium spielen lernte und dazu ca. 30 Lieder auswendig (ächz!). Dafür gab’s sonst nichts zu meckern. Hatte eine gediegene Fasnacht mit tollen Leuten und grandioser Musik... herrlich. Aber ganz ehrlich: es war im Fall nicht viel weniger ansträngend als mit den Ringlis!